Die „Querdenker“-Chronik

Ein Jahr lang habe ich über „Querdenken“ berichtet. Hier finden sich alle Blogeinträge, die zwischen dem 9. Mai 2020 und dem 14. April 2021 entstanden sind, in chronologischer Reihenfolge.


9. Mai 2020
Alexanderplatz, Berlin

Die #Hygienedemo heute am #Alexanderplatz war eine der eigenartigsten Demos, die ich je gesehen hab. Hippies baden mit Rechtsradikalen und halten Deutschlang Flaggen hoch. Die Menge johlt.

Hendrik Sodenkamp, Autor des linksradikalen „Demokratischen Widerstand“ und Hauptorganisator merkt, dass er die Lage nicht mehr im Griff hat. Er ruft „Nazis raus!“ – und wird niedergebrüllt.

Das Publikum ist bunt. Alternative, Esoteriker, selbsterklärte Bürgerrechtler und Freiheitskämpfer sind da…

…aber auch viele Rechtsextreme und Hooligans treten offen auf – gut daran zu erkennen, dass sie sich mit als einzige auf der Demo, neben den Pressevertretern, maskieren.

Den meisten Umstehenden sind die offensichtlichen Bezüge zum Rechtsextremismus egal. Auf Nachfrage sagt eine Teilnehmerin zu mir, man sei offen für alle.

So kommt es auch zu dieser skurrilen Szene. Die ersten auf dem Brunnen wettern gegen Gates und fordern mehr „Liebe für die Menschheitsfamilie“. Kurz darauf folgen ein paar junge Männer und schwenken eine Deutschlandfahne.

Ist #Widerstand2020 also rechts? Schwierig zu sagen. Vermutlich ist es ein bisschen rechts, ein bisschen links und alles andere irgendwie auch. Am Ende werden sich die Lautesten durchsetzen – heute waren das definitiv die Rechten.

Originally tweeted by Paul Gäbler (@PaulGaebler) on 9. Mai 2020.

1. August 2020
Brandenburger Tor, Berlin

Nein, es waren nicht nur Nazis.
Nein, es sind nicht nur Idioten, die dort mitlaufen bei dieser Veranstaltungg voller Größenwahn. Von über einer Million Besucher sprechen die Veranstalter – die Polizei zählte etwa 20.000 Teilnehmer.

Die allerdings sind aus allen Winkeln der Gesellschaft zusammengekommen. Esoteriker, Christen, Deutsche wie Migranten und dazu viele rechtsradikale Symbole.
Trotz massenhafter und Mobilisierung kommen lediglich 20.000 Menschen – unbedeutend gegenüber den Erfolgen von #fridaysforfuture oder #unteilbar, doch diese Versammlungen sind hochgefährlich.

Was hier passiert, ist die Verschmelzung eines linksliberalen, alternativen Bürgertums mit verfassungsfeindlichen Gruppen, die ihre Gesinnung so offen zur Schau stellen, das man sie eigentlich nicht übersehen kann.

Ist es unwissenheit? Ist der Wut auf die Eliten schon so gewachsen, dass sie blind geworden sind für die Feinde unserer Verfassung?

Viele der Anwesenden fühlen sich besonders demokratisch, wenn sie ihre Toleranz für die Ultrarechten aussprechen. Doch das ist ein Trugschluss.

Nach nichts streben die Verfassungsfeinde mehr als nach Aktzeptanz in einer bürgerlich angehauchten Mitte. In ihrer Ideologie ist man nun „ein Volk“ – wer es unkommentiert lässt, dass eindeutige rechtsradikale Symbole gezeigt werden, macht sich mit den Faschisten gemein.

Alarmierend ist vor allem die Selbstsicherheit, mit der die Rechtsradikalen auftreten – als wären sie selber überrascht, wie widerspruchslos man sie gewähren lässt.

Viele Teilnehmer geben sich Mühe, die angekündigte Gewaltfreiheit auch durch zu setzen. Dennoch werden Pressevertretern permanent und offen bedroht. Die Stimmung ist aggressiv, pöbelig und das Publilum brüllt sich in einen Rausch.

Diese Bewegung sollte man im Auge behalten. Mit den Leuten ins Gespräch zu kommen geht schnell – die allermeisten freuen sich, wenn man sich für ihre Probleme interessiert, gerade als Medienvertreter.

Unbestritten bleibt, dass ein Austausch mit Rechtsradikalen – also Feinden der demokratischen Grundordnung – nicht lohnenswert ist. Deren Intoleranz sollte nicht mit Toleranz belohnt werden.

Die Mehrheit der Teilnehmer ist sich dieses falschen Spiels, dass mit ihnen gespielt wird, nicht bewusst. Ein Abstempeln der Demonstrant:innen als Covidioten ist kontraproduktiv und wird den Graben in unserer Gesellschaft nur vertiefen.




3. Oktober 2020
Bahnhof Wartenberg, Berlin

Etwa 250 Neonazis hatten sich vor dem S-Bahnhof Wartenberg eingefunden, darunter auch Kader der „Bruderschaft Deutschland“. Die Stimmung gegenüber Pressevertreter ist aggressiv, der Polizei präsentiert man sich lammfromm. Störungsfrei verläuft die Propaganda-Show aber nicht.

Stundenlang steht der Zug an der Zingster Straße still, die Neonazis stimmen letztendlich dem Angebot der Polizei zu, die Route zu ändern und doch nicht nach Lichtenberg, sondern um den Häuserblock zurück zum Bahnhof zu ziehen.

Die Zingster Straße wird geräumt, die Neonazis setzen ihren Weg fort. Ungünstigerweise führt die Route nun an den geschotterten Gleisen der Tramlinie vorbei. Es kommt zu Steinwürfen von Teilen der Gegendemonstranten. Auch Pressevertreter werden getroffen.

Für einige Zeit hat die Polizei die Lage nicht unter Kontrolle. Einige Neonazis wollen ihren angestauten Frust an den Linksradikalen rauslassen und prügeln sich stattdessen mit der Polizei. Nach einer halben Stunde ist alles wieder vorbei – ganze 150m hatte man zurückgelegt.

Das Publikum reagiert weitestgehend passiv auf ihre neuen Nachbarn. Nur einige wenige zeigen Ablehnung, die allermeisten schauen apathisch zu und filmen die Szenen mit ihrem Handy. Einige beschimpfen sogar die Gegendemonstranten.

Das Selbstvertrauen der Neonazis scheint ungebrochen. In den letzten Monaten feierte die Neue Rechte aus propagandistischer Sicht große Erfolge. Ob diese Veranstaltung dazu zählen wird, ist fraglich. Zuviel Unterbrechung, zu viel störender Gegenprotest.

Die Polizei hatte die Lage weitestgehend im Griff, die Änderung der Route ist jedoch kritikwürdig und sorgte für eine kurzweilige Eskalation. Einige Störer wurden festgenommen und rechtsextreme Symboliken konfisziert. Ansonsten zeigte man sich relativ passiv.

Originally tweeted by Paul Gäbler (@PaulGaebler) on 4. Oktober 2020.



18. November 2020
Brandenburger Tor, Berlin

Die Querdenker-Demo heute vor dem Brandenburger Tor in Berlin war in vielerlei Hinsicht nervenaufreibend. Knapp zehntausend Menschen protestieren gemeinsam gegen die Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes der Bundesregierung.

Das Ziel von Querdenken wurde endlich erreicht – die Polizei hat die Veranstaltung nach der erwartbaren Weigerung, die Hygieneauflagen einzuhalten, mit Gewalt geräumt. Das war von den Initiatoren seit Monaten provoziert worden.

Die Bewegung hat sich in erstaunlicher Geschwindigkeit radikalisiert und es macht fassungslos, was für unterschiedliche Gruppierungen hier gemeinsam für ihre vermeintliche Freiheit kämpfen wollen. Es geht hier nicht um Reformen, sondern um Revolution.

So berechtigt das harte Eingreifen der Polizei auch war: für Querdenken wird dieser Tag in die Geschichte eingehen und die Radikalisierung weiter voran treiben. Die Härte des heutigen Tages hätte man bereits bei früheren Demos anwenden müssen, um die Bewegung zu zerstreuen.

Die AfD (hier Ex-Mitglied Kalbitz) stand heute in der ersten Reihe und zeigte sich solidarisch mit den Teilnehmenden. Dass sie hofft, das Protestpotential für sich zu nutzen ist bekannt.

Da die Bewegung sehr divers ist, würden der AfD vermutlich völlig neue Wählerschichten offen stehen. Eine Rückgewinnung durch die etablierten Parteien ist nahezu ausgeschlossen.

Auch wenn es bereits erste Zersplitterungen innerhalb von Querdenken gibt: die Bewegung wird die kommenden Monate nutzen, um weiter zu mobilisieren. Hoffen wir, dass es friedlich zugeht.

28. November 2020
Frankfurt (Oder)

Knapp 2.000 Menschen versammeln sich auf der deutschen Seite des Oderufers, um gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesrepublik zu demonstrieren. Unterstützung bekommen sie dabei erstmalig aus Polen.

12. Dezember 2020
Cockerwiese, Dresden

Die heutige Demo war ein Reinfall. Trotz monatelanger und massiver Mobilisierung schafften es lediglich wenige hundert Teilnehmer:innen auf die Cockerwiese in Dresden.

Zuvor war die Versammlung in letzter Instanz vom Oberverwaltungsgericht Bautzen untersagt worden. Die Polizei war vorbereitet und zog die allermeisten gewaltbereiten Rechtsextreme und Hooligans während der Anreise aus dem Verkehr.

Hat die Bewegung damit ihren Zenit erreicht? Die nächsten Demos in Leipzig am 19. und in Berlin am 31.12. werden es zeigen.

19. Januar 2021
Marktplatz, Schwäbisch Gmünd

Seit mehreren Wochen treffen sich auf dem Martkplatz in Schwäbisch Gmünd täglich einige Dutzend Anhängerinnen und Anhänger der Querdenker-Bewegung, um gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung zu demonstrieren.

Man spricht von einer „Plandemie“, die Maßnahmen seien überzogen und richten, so eine Teilnehmerin, mehr Schaden als Nutzen an. Die Stimmung ist friedlich, ich werde als einziger Pressevertreter zunächst kritisch beäugt, erlebe die Versammelten aber als friedlich und gesprächsbereit.

Die Polizei ist mit einer einzelnen Streife vertreten. Mit der Gruppierung habe es nie Probleme gegeben, erzählt man mir. Das Einhalten des Sicherheitsabstandes und das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes sei Auflage der Stadt gewesen. Zumindest ersteres wird eingehalten. Die Gesichtsbedeckung fehlt allerdings bei einer Vielzahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Neben Kretschmann, Drosten und Lauterbach werden auch anderweitig politikverächtliche Aussagen getätigt – das im Bild zu sehende Konterfei des Ministerpräsidenten wird zum Ende der Kundgebung von einigen Teilnehmenden gemeinschaftlich geboxt.

Im Gegensatz zu den Berliner Demonstrationen lässt sich sagen, dass die hier Anwensenden „vernünftiger“ und Gegenargumenten zugänglicher erscheinen. In Gesprächen offenbart sich, dass klassische Linke Kernthemen wie eine angemessene Besteuerung von Vermögenden großen Zuspruch finden, doch die Demonstrierenden sich keiner Partei mehr verbunden fühlen.

14. Februar 2021
Schützenplatz, Hannover

Diese Demo war an Inhaltslosigkeit nicht mehr zu überbieten. Etwa 1.500 Personen kommen in Hannover zusammen, um am Valentinstag für die „Liebe“ zu demonstrieren – oder was man auch immer darunter zu verstehen meint.

Die Veranstalter, darunter „Querdenken“ Größen wie Nana Domena, Eva Rosen oder Anselm Lenz lassen ein Feuerwerk an Sprechblasen ab. Es geht gegen die Impfung, die Corona-Maßnahmen, die Medien – aber immer für die Liebe. Minutenlang läuft ein Film voller austauschbarer Statements, die den hier unter der Oberfläche wabernden Faschismus überdecken und Initiator Domena zu Tränen rührt.

Das Publikum ist divers, durch die Verschmelzung unterschiedlichster politischer und weltanschaulicher Redebeiträge ist hier für jeden etwas dabei – Hauptsache, es geht gegen eine schwer zu definierende Elite, die die „wahre Meinung“ des Volkes nicht mehr respektiere.

Wieder mit dabei sind Rechtsradikale und esoterische Splittergruppen, die mit krudesten Verschwörungsmythen um sich werfen – wie auch der YouTuber „Aktivist-Mann“ den die Querdenker scheinbar immer noch in ihren Reihen aktzeptieren.

27. Februar 2021
Marktplatz, Reutlingen

Bereits seit Wochen treffen sich teilweise bis zu mehrere hundert Personen auf dem Reutlinger Marktplatz, um gegen die Einschränkungen durch das Corona-Virus zu demonstrieren.

Bereits seit Wochen treffen sich teilweise bis zu mehrere hundert Personen auf dem Reutlinger Marktplatz, um gegen die Einschränkungen durch das Corona-Virus zu demonstrieren.

Beim anschließenden Spaziergang gibt es Sprechchöre wie „Weg mit dem System“, „Merkel muss weg“ und auch ich gerate ins Visier einiger Teilnehmende.

Nachdem ich dieses Foto schieße, schickt mich die Versammlungsanmelderin zur Polizei, um mich auszuweisen. Die reagiert gelassen, Bitten des Mannes, dass meine Fotos gelöscht werden sollten, lehnt sie ab. Als ich die Versammlungsleiterin frage, wieso sie nicht möchte, dass solche Kappis nicht auf ihrer Demo getragen werden, entgegnet sie, jeder dürfe tragen was er möchte. Auch wenn sie kein Fan von Trump sei, er sei nun mal demokratisch gewählter Präsident gewesen.

Es ist nicht das erste Mal, dass man an der politischen Naivität der Anwesenden verzweifeln möchte. Auch die Freiheitsfahrer Reutlingen sind anwesend und zeigen offen ihre Nähe zur AfD.

Auf während des Spaziergangs treten einzelne Personen äußerst agressiv auf, auch gegenüber den wenigen Polizisten. Ich bekomme den unfreundlichen Hinweis, keine Fotos zu machen, während ich gleichzeitig gefilmt werde. Außerdem wüsste man meinen Namen.

20. März 2021
Friedrichsplatz, Kassel

Über 20.000 Personen kommen in Kassel zusammen, um gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung zu demonstrieren. Die Veranstaltung läuft vollkommen aus dem Ruder. Trotz gerichtlichen Verbots laufen die Demonstrierenden über den Innenstadtring.

Die Verantwortlichen muss man an dieser Stelle klar benennen: die hessischen Justiz- und Polizeibehörden haben auf ganzer Stelle versagt. Die Einsatzleitung schien bereits im Vorfeld kein Interesse daran zu haben, die massenhafte Ansammlung in der Innenstadt zu verhindern. Als sich die Menge vom Friedrichsplatz zum Innenstadtring aufmacht, wird sie lediglich von wenigen motorisierten Polizisten begleitet.

Drohungen und Beschimpfungen gegen Pressevertreter:innen sind an der Tagesordnung, auch gegenüber den Einsatzkräften treten die Querdenker teilweise enorm aggressiv auf. Dass es nicht zu schwereren Auseinandersetzungen kam, ist vermutlich nur mit Glück zu erklären.

Was auf diesen Demos passiert ist sehr gefährlich. Bevölkerungsgruppen finden zusammen, die unter normalen Bedingungen nicht zueinander gefunden hätten. Auch wenn die Bewegung weiterhin eher eine kleine, laute Minderheit ist: hier entstehen aktuell Verbindungen, die in den kommenden Jahren eine Bedrohung für unsere Demokratie darstellen können.

Der Soziologe und Systemtheoretiker Niklas Luhmann beschreibt Protestbewegungen als ein Selbsterhaltungsprozess moderner Gesellschaften, die sie für die Zukunft überlebensfähig machen. Konflikte treten offen zu Tage, die zuvor noch unsichtbar geblieben sind. Man muss sich also fragen: in was für einer Gesellschaft leben wir, die solchen Protest hervorbringt?

28. März 2021
Freibad, Sinsheim

Es ist schon wieder passiert: die Polizei bekommt eine Demo der konspirativen „Querdenker“-Bewegung nicht unter Kontrolle und lädt sie sogar noch zum Gesetzbruch ein.

Dabei waren die Auflagen der Stadt klar: die Demofläche wird bei 800 Teilnehmenden geschlossen, der Rest muss draußen bleiben. Auch ein Umzug durch die Stadt ist verboten.

Als der Druck auf eine der Eingänge größer wird, droht die Polizei mit Maßnahmen – um fünf Minuten später die Ansage zu torpedieren und die etwa 200 Personen auf die Demonstrationsfläche zu lassen.

Im Verlauf des Nachmittags ziehen immer wieder Kleingruppen von Querdenkern durch die Sinsheimer Innenstadt und blockieren für einige Zeit den Zugverkehr. Die Polizei hat die Situation nicht mehr unter Kontrolle. Lediglich der kleine antifaschistische Gegenprotest wird festgesetzt.

Erneut zeigt sich, dass die Einsatzbehörden kein Konzept haben, um mit dem aufgebrachten Mob umzugehen. Die beiden Wasserwerfer stehen ungenutzt herum.

3. April 2021
Cannstatter Wasen, Stuttgart

Die Stuttgarter Innenstadt ist an diesem Karsamstag nicht wiederzuerkennen. Von etwa 2.500 Teilnehmenden waren die Sicherheitsbehörden ausgegangen. Gekommen sind laut Agenturangaben mehr als 10.000 Menschen. Schon am Vormittag ist der Marienplatz brechend voll. Maskenpflicht? Mindestabstand? Fehlanzeige.

Auf Nachfrage sagt ein Polizeisprecher, man wolle die Demo »deeskalierend begleiten«. Setze man jedem Teilnehmer eine Maske auf, würde dies zu »unmittelbarem Zwang« und möglichen polizeilichen Maßnahmen führen – womit sich der Aerosol-Ausstoß noch verstärken würde. Man kann wohl sagen: alles wie immer.
Die komplette Reportage lest ihr im neuen Deutschland.

11. April 2021
Rebstockpark, Frankfurt

Am Sonntagabend bemüht sich Nils Altland im Rebstockpark Ruhe zu bewahren. Der Reporter des NDR versucht, ein Schlussstatement aufzunehmen, wird aber von einigen Umstehenden permanent unterbrochen und in sinnentleerte Debatten verstrickt. »Ihr lügt euch doch eh was zusammen«, brüllt ihm ein junger Mann zu. Altland bricht ab, bittet darum, einfach nur seinen Job machen zu dürfen. »Such dir einen anderen Job«, ruft eine ältere Frau. Die Umstehenden lachen hämisch. Die Menschen benehmen sich wie im Zenit einer späten Pubertät.

Es ist nicht lange her, da hatte sich der WDR-Intendant vorsorglich entschuldigt, weil ein Kinderchor Omas als »Umweltsäue« bezeichnete. Zum Jahresbeginn stürmten rechtsgesinnte Menschen in Horden die Hallen des Kapitol in Washington. Die ARD brach ihre Live-Übertragung ab, um ihre Reporter*innen in Sicherheit zu bringen. Ähnliches ereignete sich in Stuttgart, wo am vergangenen Wochenende das Team des Südwestrundfunk von Teilnehmer*innen einer »Querdenken«-Demonstration mit Steinen beworfen wurde. Nun geht es also in Hessen los.
Die komplette Reportage lest ihr im neuen deutschland.

Veröffentlicht von Paul Gäbler

Freiberuflicher Journalist, Podcaster und Fotograf in Berlin.

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